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Moderne Sicherheitstechnik in LKWs

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Die Sicherheitstechnik in LKWs hat innerhalb der letzten Jahre einen deutlichen Innovationsschub bekommen. Auslöser für diese Entwicklung war der Gesetzgeber, der mit einer tiefgründigen Reform endlich die großen Rechtsräume im Fernverkehr schließen und die Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen wollte. Mit einigem Erfolg wie man mittlerweile feststellen kann. Nicht nur, dass die Anzahl der Verkehrsunfälle mit einer Beteiligung von LKWs deutlich zurückgegangen ist, es ist auch eine deutliche Verbesserung bei der Betriebssicherheit in Speditionen im In- und im Ausland eingetreten. Die neue Technologie erlaubt es dem Fahrer endlich ohne Druck zu fahren und bietet gleichzeitig umfassende Kontrollen und verbesserte Bedienungsmöglichkeiten der Fahrzeuge. Ein voller Erfolg und das dank neuester Technologie. Welche neuen Techniken verwendet werden, und wie sie funktionieren soll in den folgenden Abschnitten einmal näher erläutert werden.

Der Fahrtenschreiber / Tachograph

Die wohl größte Neuerung für Fahrer und Speditionen ist der Fahrtenschreiber, auch als Fahrerkarte bekannt. Er basiert eigentlich auf einer alten Technologie, die aber für die großen LKWs speziell angepasst wurde. Jeder Fahrer der auf den Straßen der Bundesrepublik unterwegs ist muss einen Fahrtenschreiber vorweisen können und ist dementsprechend zu einem korrekten Verhalten verpflichtet. Denn der Fahrtenschreiber zeichnet sämtliche Aktivitäten des Fahrers auf und ermöglicht so anhand der Aufzeichnungen auf den Tachorollen die Prüfung der Fahr- und Ruhezeiten, der Einhaltung der Ruhezeiten sowie der Erfüllung der gesetzlichen Vorschriften seitens des Spediteurs. Zusätzlich bekommt der Fahrer eine größere Rechtssicherheit im Arbeitsverhältnis, denn sollte das Unternehmen einen Verstoß oder eine Manipulation des Fahrtenschreibers fordern kann und muss er dieses Vorgehen einfach verweigern. Um eventuellen Manipulationen durch den Fahrer oder durch das Unternehmen vorzubeugen ist jeder Fahrtenschreiber personalisiert und kann von fremden Fahrern nicht genutzt werden.

Das Arbeitszeitgesetz

Eine weitere Neuerung war die Novellierung des bisherigen Arbeitszeitgesetzes. Die Lenkzeiten wurden verringert und die Ruhezeiten erhöht, was nachweislich zu einer deutlichen Minderung von Verkehrsunfällen führte. Im Verbund mit dem neuen Fahrtenschreiber ist hier eine lückenlose Kontrolle jederzeit möglich und eine Manipulation so gut wie ausgeschlossen. Fahrer sind gesetzlich dazu verpflichtet ihre Fahrzeiten der letzten 28 Tage jederzeit vorzeigen zu können und müssen diesen Nachweis immer bei sich führen. Sollte eine Prüfung einen Verstoß ergeben so führt dies zu empfindlichen Sanktionen. Möglich wären frische Punkte in Flensburg, ein Entzug des Führerscheins und im Falle eines Unfalls sogar eine Gefängnisstrafe. Die Unternehmen beschweren sich zwar über die hohen Pausenzeiten die Kosten verursachen da sie bezahlt werden müssen, aber für die Fahrer und für die Sicherheit auf der Straße sind diese neuen Regelungen mehr als sinnvoll.

Doch nicht nur bei den rechtlichen Regelungen und den damit verbundenen technischen Neuerungen gibt es sinnvolle Entwicklungen um die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen. Besonders beliebt und innovativ sind sogenannte Assistenzsysteme, die bis jetzt nur teilweise gesetzlich verpflichtend sind aber schon häufig genutzt werden. Sinnvoll ist es allemal, denn die neue computergestützte Technologie macht die Führung eines LKWs nicht nur wesentlich leichter, sondern sorgt auch für Sicherheit in den Bereichen in denen der Mensch üblicherweise versagt.

Assistenzsysteme: ABS, EBS, EPS und ABA

Begonnen hat alles mit dem ABS (Antiblockiersystem), das heute zum Standard in fast jedem Fahrzeug gehört. Mit diesem System wird eine Achsenblockade und das dadurch entstehende unkontrollierte Rutschen des Fahrzeugs bei einem starken Bremsvorgang verhindert. Die Weiterentwicklung ist das EBS (elektronische Bremssystem), mit dessen Hilfe eine schnellere Reaktionszeit beim Bremsen erreicht wird. Die Elektropneumatische Schaltung (EPS) befasst sich hingegen weniger mit den Bremsen als mit der Schaltung und macht diesen Vorgang leichter, schneller und effektiver. Gerade bei großen LKWs kann eine schnelle Schaltung in bestimmten Situationen Leben retten und die Sicherheit erhöhen. Das Active Brake Assist (ABA)– System ist ein weiteres sinnvolles System für den Notfall und erkennt entstehende Gefahren wie Hindernisse auf der Straße bereits im Voraus und leitet entsprechende Gegenmaßnahmen ein.

Die Zukunft dieser drei Systeme ist groß, denn mittlerweile erkennen nicht nur Experten sondern auch Speditionen die Vorteile der neuen Sicherheitstechniken. Mittlerweile greift sogar die EU in diese Entwicklungsprozesse ein und es ist geplant die drei Systeme (EBS, EPS & ABA) im gesamten Gebiet der EU für LKWs zur Pflicht zu erklären. Das wäre ein großer Fortschritt, denn mit dieser Technologie ist es nachweislich möglich die Unfallrate um bis zu 90 Prozent zu senken. Für die Speditionen wäre die Umstellung durchaus machbar, denn der Anteil der Fahrzeuge die mindestens eines dieser Systeme schon besitzen liegt bei über 25 Prozent. Somit wären die Investitionskosten bei weitem nicht so hoch, gerade wenn man bedenkt das mit dieser Technik ausgerüstete Fahrzeuge in gewerblichen Unternehmen eh häufiger angeschafft werden müssen.

Was bringt die Zukunft?

Es gibt nicht nur tolle existierende Systeme, es sind auch viele weitere Verbesserungen in der Planung und Entwicklung. Zwar setzt hier jeder LKW-Entwickler ganz eigene Schwerpunkte, doch setzen sich die einzelnen Technologien erst mal durch werden sie schnell zum Standard für viele Fahrzeuge. Der Trend geht dabei immer mehr in die Richtung der Automatisierung. Ein selbstfahrender LKW ohne menschlichen Fahrer liegt derzeit noch in ferner Zukunft, ist aber mittlerweile nicht mehr ganz so utopisch. Die moderne Sensoren-Technologie, GPS gestützte und selbständig arbeitende Routenplaner und leistungsfähige Bordcomputer lassen dieses Ziel in immer greifbarere Nähe rücken. Doch bis es erreicht ist werden erst einmal alltagstaugliche und erprobte Systeme gesucht. Die neuesten Entwicklungen in der nächsten Zeit dürften Lenksysteme und verbesserte Bremssysteme mit leistungsfähigerer Sensorik sein. Die Systeme werden dabei nicht mehr nur im Notfall helfen, sondern auch direkt in das Fahrverhalten des menschlichen Fahrers eingreifen. Beispielsweise spielt die Gewichtsverteilung im Laderaum eine große Rolle bei der Lenkung und beim Bremsen. Hier setzen die Entwickler an und versuchen die neuralgischen Punkte zu ermitteln die eine Verbesserung für die Sicherheit ermöglichen. Ebenso im kommen sind verbesserte Systeme für das Andocken und das Einparken der Fahrzeuge. Es gibt also nicht nur völlig neue Entwicklungen im Bereich der Sicherheit, sondern auch noch viel Spielraum nach oben bei bereits bekannten Technologien.

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